Der Anfang

 

1923 eröffnet der Schuhmachermeister Karl Baar in seinem Elternhaus am Augustenweg 10 eine Reparaturwerkstatt für Schuhe und Lederwaren.
Ein Jahr später erwirbt er das Grundstück an der Rheiner Straße 378 und errichtet dort einen Neubau.

 

Weitere Entwicklung

 

In der Zeit von 1924 bis 1997 wurde das Geschäft stetig vergrößert, die Verkaufsfläche wurde auf 490 m2 erweitert. Neu gebaut wurde auch ein Raum für Fußpflege, sowie ein Maß- und Gipsraum für die Orthopädie.

 

Der Umbau

 

Durch unseren Umbau 2007 haben wir jetzt 5 Behandlungsräume

 

Beate und Michael Baar führen das Familienunternehmen in die Zukunft

 


Ehepartner und ein eingespieltes Team im Unternehmen: Beate und Michael Baar leiten gemeinsam das Schuhhaus auf dem Dickenberg.

Heimat ist da, wo das Herz sich Zuhause fühlt. Für Beate und Michael Baar ergeben sich keinerlei Fragen: Dickenberg ist Heimat. Geliebte Heimat. Ist Familie, Wohnort, tolle Nachbarschaft, Kegeln, Schützenverein, großer Freundeskreis – Heimat eben. Und Arbeitsort. Traditionelles Handwerk und klassischer Handel verschmelzen in ihrem Unternehmen: Sie leiten – nein sie sind – das Schuhhaus Baar.

Für Michael Baar (50) konnte das gar nicht anders kommen: Seine Großeltern Anna und Karl (ein Schuhmachermeister) haben 1923 mit einer Reparaturwerkstatt den Grundstein fürs Familienunternehmen gelegt. Schuhe fertigmachen, Pferdegeschirre, alles mit Leder, so fing es an. Die Eltern Ludger und Irmgard Baar führten das fort. Sechs Jahrzehnte lang waren Geschäft und Werkstatt ihr Ein und Alles. „Meine Eltern waren sehr fleißig, nie Urlaub, der Laden war ihr Leben“, blickt Michael Baar mit Bewunderung und Respekt zurück auf die Leistung der Vorgänger-Generation. Ständig wurde investiert und ausgebaut.

Michael Baar wurde 1964 geboren. Grundschule, Hauptschule (Dickenberg, wo sonst?) und mit 15 ab in die Lehre: „Meine Eltern haben mich zu nichts gezwungen.“ In jungen Jahren wollte er mal zur Polizei gehen. Aber: Schon von klein auf verdiente er im elterlichen Laden sein Taschengeld mit allem, was in einem Schuhgeschäft an Arbeit anfällt. Und beim Schuhmachermeister Hermann Molitor in Ibbenbüren machte er ein tolles Praktikum – Ergebnis: Der Junge wollte was mit Schuhen machen – logisch.

In Osnabrück lernte er Orthopädie-Schuhmacher, ein fachlich breit angelegtes Handwerk. Die dreijährige Lehre hat Spaß gemacht, war interessant: „Jeder Fall, jeder Fuß ist anders“, sagt Baar, dem „filigranes arbeiten mit ruhiger Hand und klarem Auge“ beigebracht wurde. Orthopädische Schuhe, handgenäht mit Pechfäden, damals gelernt, nie vergessen, heute höchst selten. Er kann das. Vielleicht auch weil er „ehrgeizig in allen Dingen ist.“ Zielstrebig halt: „Wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, will ich das auch realisieren.“

Er blieb als Geselle in OS, hatte sich „in den Kopf gesetzt“, ein Jahr lang die Berufsfachschule in Hannover zu besuchen – 1987 mit nur 22 Jahren hatte Michael Baar den Meister im Sack. Er war der jüngste in NRW ...

Als Meister ging er zurück in die Heimat, in den Familienbetrieb. „Meine Eltern waren froh, dass ich wieder da war“, sagt Baar. Das Schuhhaus wurde ergänzt: Medizinische Fußpflege und Orthopädie-Schuhe kamen zu Verkauf und Reparatur hinzu. Aufbauen, ausbauen, auch räumlich wachsen, all’ das wurde von nun an gemeinsam realisiert. Gemeinsam mit den Eltern und auch mit seiner Schwester Claudia Günzel, die als staatlich anerkannte Podologin das Angebot des Betriebes zusätzlich bereicherte.

Heimat: 2001 heiratete Michael Baar. Nur eine Straße weiter (Dickenberg, wo sonst?) ist seine Frau Beate aufgewachsen. Als junges Mädchen hatte auch sie im Schuhgeschäft ihr Taschengeld aufgebessert. Die gelernte Einzelhandelskauffrau stieg in den Betrieb mit ein – „heute leiten wir beide gemeinsam das Unternehmen“, sagt Michael Baar. „Wir entscheiden zusammen, wir sind ein gutes Team“, ergänzt Beate Baar. Im Betrieb sind Chef und Chefin mit allen per „du“ – was nötigenfalls eine klare Ansage nicht ausschließt. Obwohl: Harmonisch sein, das ist Michael Baar schon sehr wichtig.

Wohl auch deshalb verlief die betriebliche Nachfolge harmonisch: „Loslassen war natürlich nicht leicht“, erklärt Baar. Aber: In Form eines sanften Ausgleitens begannen die Eltern ab 2009 ihren Rückzug. Langsam, einvernehmlich – „es war reibungslos.“ Gelungen ...

Dem stetigen Wachstum und dem geschäftlichen Erfolg haben Beate und Michael Baar in 2001 mit einer baulichen Groß-Investition Rechnung getragen. Sie haben das Geschäft großflächig modernisiert. Risiko? „Mutig sein ist kein Problem“, sagt der Unternehmer. Er ist ein bekennend positiv denkender Mensch „und schlafen kann ich auch ganz gut.“

55 Stunden die Woche, unter dem läuft nichts für die beiden. „Freizeit gibt es sehr wenig“, sagt Beate Baar. Ihr Mann ergänzt: „Aber um das hier bewältigen zu können, muss Freizeit eben sein!“

Und so sind die beiden, die im geschäftlichen Alltag stets Menschen um sich haben, manchmal glücklich mit ihren vier Kindern (alle erwachsen) oder nur zu zweit: Spaziergänge querfeldein mit den Hunden „Aishy“ (Drahthaar) und „Bolle“ (Terrier) gehören genauso dazu wie Urlaub: Borkum, Norderney, Alpen. Und irgendwann einmal nach Kanada in die Wildnis, das wünscht sich Michael Baar.

Er hat gut Chancen, seine Exit-Strategie steht fest: „Irgendwie mit gut 60“ will er raus aus dem Betrieb. „Ich könnte loslassen“, glaubt er heute. In dem sicheren Wissen, dass ein Sohn Simon fortsetzt, was ihm wichtig ist: Tradition und Handwerk.